Die Landschaft in uns
the landscape inside us

Opening: 21.July 2017 I 6 pm
Artist talk & Tea-Time with Claus Brunsmann: 22. July I 5 pm
Duration: 22. July – 26. August I Wed. – Sat. 12- 6 pm
Artists: Claus Brunsmann, Mariana Hahn, Thorsten Heinze, Miru Kim, Kate McMillan,
Jesus Pastor, Shingo Yoshida
Curators: Constanze Kleiner, Rachel Rits-Volloch and Stephan von Wiese

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With it’s second exhibition, “The Landscape Inside Us”, Schlachthaus. fresh&fine art addresses the depiction of landscape, both inner and external, as a narrative process and a contemplative experience.

The gallery presents a complex series of works consisting of sixteen large-format paintings by Berlin-based painter Claus Brunsmann. These works pictorially intermix the inner and outer life. Within the act of painting, figurative objects are impulsively deconstructed while contents are intensified. Glaring surfaces are revealed by sharp incisions and turned into unexpected forms while new contexts arise. The oeuvre of Claus Brunsmann of the past 10 years is of significant matter and characterised by an increasing density. This concentration of energy provokes the artist into the unleashing of colour, creating an unmistakable power in the works of a painter who’s recurrent topic has been the role of art as the incarnation of ritual and spirituality.  Claus Brunsmann had been Jannis Kounellis’ master student at the Academy Of Fine Arts in Düsseldorf, and in 2015 Brunsmann was given a major retrospective in Hamburg entitled “Distorted Memories of Nature“.

This exhibition, “The Landscape Inside Us”, brings Brunsmann’s explosive paintings into dialogue with works by five diverse international artists. In Mariana Hahn’s contemplative landscape work „I too am a monk, I too am the sea“, the photo installation displays the artist wearing a monk-like robe while standing in front of the vastness of the sea, the mythical element of origin. This is Hahn’s examination of artist Caspar David Friedrich’s Romantic work „The Monk by the Sea“.

The same confrontation with the elements of origin can be found in New York-based Korean artist Miru Kim’s series of colour photographs “The Camel’s Way“. In Kim’s photoseries, the artist exposes herself naked within the vastness of the desert. The fragility of her figure and poise, calm despite the surrounding severity, reflects on the equal destructibility of her environment. Again, the metaphor of landscape becomes the expression for inner experience.

Similarly extreme landscapes are the subjects of Japanese filmmaker and photo artist Shingo Yoshida’s photographs. Travelling to the extremes of the earth, he searches for places which are loaded with myths, such as the spot in Siberia where the 180th meridian and the Arctic Circle intersect. Capturing the vastness of the landscape, Yoshida’s images ask us to confront our transient imprint upon it.

The three part photo edition entitled „The Vast Structure of Recollection“ by Australian artist Kate McMillan explores the artist’s fascination with the relationship between body memory and landscape. Using film, photography and sculpture, McMillan explores how the intense residue of memory can be located through quiet gesture, landscape, and the objects we carry around with us. Exploring internal and external landscapes alike, McMillan’s practice encompasses an open-ended dialogue between abstraction, felt experience and memory; a sort of visual poem.

The Spanish documentation photographer Jesus Pastor captures remote, stony paths from Iceland. Like a mantra, the motif of stone and precipice repeats itself, focusing on a single detail of the landscape to arouse the viewer’s imagination.

The most distinctive human landscape is the palm of the hand. The portraits of Marcel Marceau in the exhibition show nothing more than the palms of his hands. The photographer, Thorsten Heinze, was once Marceau’s spiritual guide, student, assistant, friend and close companion on the world’s stages for 17 years. These moving moments form images of inner experience.

„Die Landschaft in uns“ by Schlachthaus.fresh&fine art is a cooperation with SevenStarGallery and Momentum Berlin.
www.schlachthaus-ffa.com I www.sevenstargallery.comwww.momentumworldwide.com

german version:

Schlachthaus. fresh&fine art setzt sich in seiner zweiten Ausstellung mit Formen innerer Landschaftsbilder auseinander. Die Darstellung wird hier zu einem narrativen Prozess, zum kontemplativen Erlebnis.
Die Ausstellung „Die Landschaft in uns“ stellt die explosive Malerei von Claus Brunsmann in einen Dialog mit fünf unterschiedlichen internationalen Künstlern, die vorrangig mit den Medien Fotografie und Film sowie mit Mitteln der Performance arbeiten.
Gezeigt wird eine große komplexe Werkgruppe von sechzehn großformatigen Bildern des in Berlin lebenden Malers Claus Brunsmann. Diese Werke vermischen malerisch Daten des Innen- und Außenlebens, Objekte werden im Mal-Akt auf spontane Weise defiguriert, Inhalte werden verdichtet. Durch die spezielle Maltechnik des Künstlers, vor allem geprägt von plötzlichen Interventionen mit Rakeln in die Farbschichten, werden Räume geöffnet und wieder geschlossen. Harte Schnitte legen grell leuchtende Flächen frei, die zu unerwarteten Informationsträgern werden und kaleidoskop-artig neue Zusammenhänge herstellen.
Claus Brunsmanns Werk der letzten 10 Jahre ist inhaltsschwer, geprägt von zunehmender Verdichtung. Diese Ballung an Energie ist kaum erträglich, sie provoziert den Künstler zur Entfesselung von purer Farbe. Dadurch entsteht die unverwechselbare Wucht der Bilder von Claus Brunsmann. Für ihn ist die Kunst seit Beginn der Menschwerdung die Inkarnation von Ritual und Spiritualität. Dem geht er in seinem Werk bis heute nach.“Distorted Memories of Nature“ war 2012 in Hamburg der Titel eines breiten Werküberblicks des Malers, der an der Düsseldorfer Akademie Meisterschüler von Jannis Kounellis war.
Dieser extremen Position von Malerei über Malerei, stellt die Ausstellung die kontemplative Landschaft „I too am a monk, I too am the sea“ von Mariana Hahn gegenüber. Diese Fotoinstallation, lässt die Gestalt der Künstlerin in einem mönchsartigen Gewand vor den Weiten des Meeres als dem mythischen Ursprungselement, erscheinen. Es ist ihre Auseinandersetzung mit dem romantischen Bild „Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich.

Die Konfrontation mit den Urelementen findet auf andere Weise auch in der Farbfotoserie der in New York lebenden Koreanerin Miru Kim „The Camel’s Way“ Gestalt. Die Künstlerin stellt sich in dieser Fotofolge nackt den Weiten der Wüste. Die Fragilität ihrer Gestalt und Körperhaltung, die trotz der Härte ihrer Umgebung Gelassenheit ausstrahlt, spiegelt damit plötzlich die ebenso existente Zerstörbarkeit ihrer Umgebung. Auch hier ist die Metapher der Landschaft Ausdruck inneren Erlebens.

Ein ähnlich einsames Szenarium sind die Fotografien des japanischen Filmemachers und Fotokünstlers Shingo Yoshida. Er bereist in Extremgebiete der Erde und sucht Mythen-geladene Orte, etwa in Sibirien den Punkt, wo der 180ste Meridian und der Arctic Circle aufeinandertreffen. Die Weite und Unberührtheit dieser Gegenden festhaltend, wird die Flüchtigkeit der Spur des Menschen darin plötzlich fragwürdig.

Die dreiteilige Fotoedition „Vast Structure of Recollection“ der australischen Medienkünstlerin Kate McMillan ist der sie faszinierenden Beziehung zwischen Körpererinnerung und Landschaft gewidmet. Mit den Mitteln der Fotografie, des Films und der Skulptur erforscht sie den Grad der Ablagerung von Erinnerung und deren Verortung anhand von stillen Gesten, Landschaft und Objekten, mit denen wir uns umgeben. McMillans Arbeiten sind nicht endender Dialog zwischen Abstraktion, gefühlter Erfahrung und Erinnerung – eine Art sichtbar werdendes Gedicht.
Abgelegene, steinige Wege auf Island hat der spanische Dokumentationsfotograf Jesus Pastor festgehalten. Das Bildmotiv Stein und Abgrund wiederholt sich in seiner Bildfolge wie ein Mantra. Die Beschränkung der Darstellung auf ein bestimmtes Detail ist immer wieder ein pointiertes Mittel, um die Imaginationskraft des Betrachters in Gang zu bringen.

Die unverwechselbarste aller menschlichen Landschaften sind die Handflächen. Die Porträtaufnahmen von Marcel Marceau in der Ausstellung zeigen nichts als die Innenflächen seiner Hände. Ihr Fotograf, Thorsten Heinze, war 17 Jahre lang spiritueller Guide, Schüler, Assistentin, Freund und enger Begleiter von Marcel Marceau auf den Bühnen der Welt. Auch diese bewegten Momente sind Bilder inneren Erlebens.

„Die Landschaft in uns“ von Schlachthaus.fresh&fine art ist eine kooperation mit SevenStarGallery und Momentum Berlin.
www.schlachthaus-ffa.com I www.sevenstargallery.com I www.momentumworldwide.com

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